BAUEN & WOHNEN Drucken

Das Burgenländische Baugesetz


Vor Planungsbeginn sollte der Bauwerber, in seinem eigenen Interesse, bei der Baubehörde Auskünfte über die Bebauungsgrundlagen einholen.

Nachstehend finden Sie die Baufibel vom Land Burgenland, welche zusammengefasst erklärt wie man bei welchen Bauvorhaben vorgehen muss.

Baufibel - Land Burgenland


1. Geringfügige Bauvorhaben

Darunter versteht man Maßnahmen zur Erhaltung, Instandsetzung oder Verbesserung von Bauten und Bauteilen (z.B. Fassadenrenovierung, Fenstertausch, Errichtung von Gerätehütten, usw.) sowie sonstige Bauvorhaben, an denen keine baupolizeilichen Interessen bestehen.
Die angeführten Bauvorhaben bedürfen keines Bauverfahrens, sind aber der Baubehörde spätestens 14 Tage vor Baubeginn (unter Angabe von Grundstücks Nr., Skizze und Beschreibung des Vorhabens,) schriftlich mitzuteilen.alt

2. Anzeigepflichtige Bauvorhaben

Darunter sind die Errichtung und Änderung von Wohngebäuden bis zu einer Wohnnutzfläche von 200 m ² und der dazugehörenden Nebengebäude, die Errichtung von sonstigen Gebäuden bis zu einer Nutzfläche von insgesamt 200 m ², die Errichtung und Änderung von anderen Bauwerken als Gebäuden, bzw. die Änderung des Verwendungszweckes von Gebäuden zu verstehen.

Diese Bauvorhaben sind der Baubehörde unter folgenden Vorlagen anzuzeigen
  • 3 Baupläne
  • 3 Baubeschreibungen (jeweils von einem befugten Planverfasser erstellt)
  • Grundbuchauszug (nicht älter als 6 Monate)
  • Anrainerverzeichnis (Verzeichnis der Eigentümer jener Grundstücke, die von den Fronten des Baues weniger als 15 m entfernt sind)
  • Energieausweis
Auf den Bauplänen haben die Eigentümer jener Grundstücke, die von den Fronten des Baues weniger als 15 m entfernt sind (sämtliche Grundstückseigentümer) ihre Zustimmung zum Bauvorhaben durch Angabe von Namen, Datum und der Unterschrift zu geben.
Sobald die Unterlagen vollständig sind, die Zustimmungserklärungen aller Anrainer vorliegen und das Bauvorhaben baupolizeiliche Interessen offensichtlich nicht verletzt, hat die Baubehörde die Baufreigabe zu erteilen.
Sollte die Baufreigabe nicht ohne Auflagen oder Bedingungen erteilt werden können, oder liegen die Zustimmungserklärungen der Anrainer nicht vor, so hat die Baubehörde den Bauwerber aufzufordern, um eine Baubewilligung ( § 18 Bau Gesetz) anzusuchen.

3. Baubewilligungspflichtige Bauvorhaben

Das sind Bauvorhaben, die nicht geringfügig bzw. anzeigepflichtig sind (z.B. über 200 m ² Wohnnutzfläche).
Der Bauwerber hat folgenden Vorlagen bei der Baubehörde um Baubewilligung anzusuchen
  • 3 Baupläne
  • 3 Baubeschreibungen (jeweils von einem befugten Planverfasser erstellt)
  • Grundbuchsauszug (nicht älter als 6 Monate)
  • Anrainerverzeichnis (Verzeichnis der Eigentümer jener Grundstücke, die von den Fronten des Baues weniger als 15 m entfernt sind)
  • Energieausweis
Die Baubehörde hat über dieses Vorhaben nach Durchführung einer Bauverhandlung mittels Bescheid zu entscheiden.

4. Abbruch von Gebäuden

Der beabsichtigte Abbruch von Gebäuden ist, sofern dieser nicht im Zusammenhang mit der Errichtung oder Änderung von Bauten steht, der Baubehörde unter Anschluss der erforderlichen Unterlagen und der Zustimmungserklärungen der Eigentümer der unmittelbar angrenzenden Grundstücke schriftlich mitzuteilen. Wird der Abbruchwerber nicht binnen vier Wochen von der Baubehörde wegen baupolizeilicher Interessen aufgefordert, um Abbruchbewilligung anzusuchen, darf der Abbruch vorgenommen werden. Für das Abbruchbewilligungsverfahren ist § 18 (Baubewilligung) sinngemäß anzuwenden. Die Baubehörde hat über dieses Vorhaben nach Durchführung einer Bauverhandlung mittels Bescheid zu entscheiden.

5. Fertigstellungsanzeige, Schlussüberprüfung, Benützungsfreigabe

Der Bauträger hat die Fertigstellung des Gebäudes unter Vorlage des Rauchfangbefundes und eines von einer gewerberechtlich oder nach dem Ziviltechnikergesetz befugten Fachkraft, eines gerichtlich oder von der Gemeinde beeideten Sachsachverständigen oder eines Amtssachverständigen, die an der Ausführung des Gebäudes nicht beteiligt gewesen sein dürfen erstellten Schlussüberprüfungsprotokolls (in dem dieser die bewilligungsgemäße Ausführung des Bauvorhabens mit seiner Unterschrift bestätigt) der Baubehörde anzuzeigen.
Mit der Fertigstellungsanzeige ist bei Neubauten ein von einer hiezu berechtigten Person verfasster Plan über die genaue Lage des Baues entsprechend der Vermessungsverordnung 1994, BGBl.Nr. 562, vorzulegen, es sei denn, dass sich der Bauträger verpflichtet, die auf ihn entfallenden anteiligen Kosten einer von der Gemeinde durchgeführten oder veranlassten Vermessung aller in einem bestimmten Zeitraum neu errichteten Bauten zu übernehmen.
Die Baubehörde hat nach Erhalt des positiven Schlussüberprüfungsprotokolles die Benützungsfreigabe zu erteilen, ohne die das Gebäude nicht benutzt werden darf.

Energieausweis

Mit der Baugesetznovelle 2008 wurde auch die Vorlage eines Energieausweises für Verfahren nach § 17 und § 18 des Baugesetzes verpflichtend eingeführt. Ein Energieausweis ist in folgenden Fällen nicht erforderlich
  1. Baudenkmäler und Gebäude, die als Teil eines ausgewiesenen Umfelds oder aufgrund ihres besonderen architektonischen oder historischen Werts offiziell geschützt sind, wenn die Einhaltung der Anforderungen eine unannehmbare Veränderung ihrer Eigenart oder ihrer äußeren Erscheinung bedeuten würde
  2. Gebäude, die für Gottesdienst und religiöse Zwecke genutzt werden
  3. Gebäude, die nicht Wohnzwecken dienen und die nicht unter Einsatz von Energie konditioniert werden
  4. Wohngebäude, die für eine Nutzungsdauer von weniger als vier Monaten jährlich bestimmt sind
  5. frei stehende Gebäude mit einer Gesamtnutzfläche von weniger als 50 m2